Ausstellung im newtechClub,
Schlieren-Zürich
Die
Präzision des Zufalls – Architekturautomaten
Zürich, 1. März 2010 – Die Ausstellung „Die Präzision des Zufalls – Architekturautomaten“ zeigt ein an der
Professur CAAD der ETH Zürich entwickeltes Projekt der Forschungsgruppe KAISERSROT,
das automatisch städtebauliche Strukturen generieren kann. In konkreter
Anwendung dieser Software haben die Zürcher SLIK Architekten erstmals einen automatischen
Wettbewerbsbeitrag eingereicht.
Was mit einer Studie
begann, ist heute eine praxisorientierte Entwurfstechnologie. Die aus einer
Kooperation zwischen der Professur für CAAD und dem Rotterdamer Architekturbüro
KCAP entstandene Software „KAISERSROT“ unterstützt den Planungsprozess überall
dort, wo Grundstücks- oder Gebäudeflächen anhand von verschiedenen Parametern
aufgeteilt werden müssen. Um die erforderliche Dichte, die angemessenen Parzellengrössen
und Erschliessungsflächen als auch die Wünsche und Zielvorgaben der Beteiligten
zu erreichen, nutzen die Entwickler eine als «statistisches Design» genannte
Methode, die Formen, Lage und Proportionen der Neubauten berücksichtigt und
visuell darstellt.
Mehrstufige
Optimierungen: Am Anfang wird eine zufällige Lösung generiert. Deren Tauglichkeit
wird bewertet, eine weitere wird «gewürfelt». Ist diese besser, gilt sie als
Referenz für die folgenden Varianten. Mittels der interaktiven
Trial-and-Error-Methode können die für den Computer leichten Aufgaben über
Tausende von Durchgängen berechnet werden, sodass eine gute Lösung entsteht.
Bei dieser
neuartigen Planungsmethode entstehen keine endgültigen Ergebnisse, vielmehr
entwickelt sich ein flüssiger Planungsprozess, der ein visuelles Feedback und
damit auch Entscheidungsgrundlagen liefert. Im Gegensatz zur vergleichsweise
langsamen Methode der manuellen Variantenerzeugung im architektonischen Entwurf
führt der computergestützte Vorgang zu einer neuen Dynamik in der Planung. Die
Ausstellung zeigt verschiedene Anwendungen. So hat KASERSROT den Stadtigel für
die Architekturbiennale Rotterdam gefertigt.
SLIK Architekten aus Zürich haben den
Architektur-Automaten in Kooperation mit der Forschungsgruppe KAISERSROT
erstmals für einen Wettbewerbsbeitrag verwendet. Von einer Zufallslösung ausgehend
wurde in Varianten, bei der die Architekten zwar die Qualität, nicht aber Form
kontrollieren, die beste Lösung gefunden. Die Jury konnte den Beitrag nicht von
den Entwürfen echter Architekten unterscheiden. Die Autoren sehen ein grosses
Potential in der Weiterentwicklung dieser Software und hinterfragen die
Autorschaft.
Eine Veranstaltung
zum Thema Entwurf und Autorschaft ist in Vorbereitung.
Weiterführende
links:www.caad.arch.ethz.ch, www.kaisersrot.com, www.slik.ch.
Konzept/Realisierung:
Markus Braach, Benjamin Dillenburger, Steffen Lemmerzahl
Redaktion/Kommunikation:
Martin Jann, Tel. 079 653 70 11; Email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
|